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Warum Eigenlob duftet!

Aktualisiert: 18. Jan.

Mit welchem Gefühl bist du heute Morgen aufgestanden? Bist du mit Freude in den Tag gestartet, voller Energie und bereit, jede Herausforderung anzunehmen und Bäume auszureißen? (Bitte nicht, wir sollten in diesen Zeiten lieber Bäume pflanzen) Ich freue mich mit dir! Ich liebe solche Tage. In solchen Momenten ist es leicht zu geben: Ein strahlendes Lachen, ernst gemeinte Komplimente, eine helfende Hand, die richtigen Witze, jemanden zum Lachen bringen - herrlich! Und dann gibt es diese Tage, an denen ich einfach müde bin. Körperlich und geistig. Der Schlafmangel (Ja, der Kleine schläft immer noch nicht durch, aber kurz davor! Das rede ich mir schon seit einem Jahr ein!) Ganz zu schweigen von der vielen Arbeit und der Organisation eines normal verrückten Alltags mit zwei Kindern. Ja, das Leben ist reich und nahrhaft. Meine Auszeiten für Sport, Meditation und Weiterbildung sind unverzichtbar. Aber sie versetzen mich nicht immer in euphorische Zustände.

Wenn ich an solchen Tagen des mentalen Durchhängens etwas genauer in mich hineinlausche, merke ich, was mir manchmal fehlt:

Lob, Wertschätzung, Anerkennung!

Hand aufs Herz: Wie viele Komplimente hast du heute bekommen? Wie viel Lob hat dich heute erreicht und wirst du für das, was du tust, ausreichend geschätzt und gewürdigt? Und wenn ja, wie zeigt sich das?

Und ganz ehrlich: Ein einfaches ‘das hast du gut gemacht’ reicht nicht aus. Dieses Wort ‘gut’ ist ein Schimpfwort, das zur Befriedigung des ‘Ich bin ein guter Mensch’-Egos in den Mund genommen wird und kaum eine Bedeutung hat.

Die Wissenschaft bestätigt, dass unser Gehirn erst nach 15 Sekunden Lob in der Lage ist, das Gesagte als positive Erfahrung wahrzunehmen. Wie sollte Lob also klingen? Wahrscheinlich mehr als ein ‘Das hast du gut gemacht’!

Wie wäre es, wenn wir uns alle ein bisschen mehr Mühe geben, anderen Komplimente und Wertschätzung zu geben? In Worten wie in Taten. Würden wir uns damit nicht gegenseitig unsere Herzen beschenken und dafür sorgen, dass Freude und Selbstwertgefühl so richtig aufblühen?

Aber nur darauf zu warten, dass die ersehnte Anerkennung von aussen kommt, kann manchmal genauso frustrierend sein, wie auf das nächste Zalando-Paket warten zu müssen. Wie wäre es also mit Selbstlob?

Hm... Soll ich mich jetzt mit meiner miesen Laune vor den Spiegel stellen, mein Gesicht ertragen (das dem einer Bulldogge ähnelt), ein gezwungenes Lächeln aufsetzen, mich selbst High Fiven, auf die Schulter klopfen und sagen: Bisch e geili Sau?

Die Antwort? Hell Yes! Und dann lässt du noch deinen absoluten Lieblings-Knaller Song laufen: Das ist der Inbegriff von praktizierter Selbstliebe. Ich wäre längst innerlich verhungert, wenn es Zalando nicht mehr gäbe und ich mir nicht genau die Anerkennung und Wertschätzung geben könnte, die ich brauche. Die jeder von uns braucht! Auch wenn es mir noch mehr Spass macht, anderen Wertschätzung zu geben, stelle ich mich nach langem Üben mittlerweile gerne wie ein Cheerleader vor den Spiegel und schreie inbrünstig:

Du! Genau Du! Du bist, was ich liebe! Du gibst jeden Tag dein Bestes! Du kümmerst dich um dich und deine Lieben. Du hast ein großes Herz und hast keine Angst es zu verschenken. Du bist wild und voller Lebensfreude und leistest jeden Tag so viel! Du bist wertvoll und schön und perfekt unvollkommen! Sei stolz auf dich! Denn du zählst, du bist wichtig. Du wirst gebraucht!

Die Wirkung dieses Rituals ist gross. Ich kann es annehmen und ehrlich fühlen. Es verändert nicht nur meine Körperhaltung, sondern auch mein Gesicht. Es gleicht mehr dem eines Golden Retrievers, auch das Lächeln ist wieder strahlender und mein allgemeiner Gemütszustand nicht nur erträglich, sondern wieder gesellschaftsfähig.

Aber bleiben wir bei aller Euphorie ehrlich und realistisch! Mein Körper ist und bleibt müde. Da hilft kein Lob, da hilft keine Meditation, sondern ein Kind was durchschläft. Aber er ist kurz davor! Und eines Tages werde ich Recht haben.

In diesem Sinne – nicht den Humor verlieren! Und, Du bist wichtig!







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